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Offenbach Post vom 18.9.2018




Offenbach Post 17.9.2018




Offenbach Post 6.9.2018




Offenbach Post 30.08.2018




Offenbach Post am 18.9.2017




Frankfurter Rundschau 17.9.2017




Offenbach Post am 14.9.2017




Frankfurter Rundschau 14.9.2017




Offenbach Post am 31.8.2017



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MUT & LIEBE 24




Offenbach Post am 20.7.2017




Offenbach Post am 22.9.2016




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Heimatblatt Bürgel & Rumpenheim    August 2016






Offenbach Post am 18.8.2016




Offenbach Post / Offenbach-Seite am 11.8.2016






Mühen haben sich gelohnt
Rumpenheimer Kunsttage ein Erfolg
Offenbach Post  22.09.2015
Am Samstag spielte das Wetter nicht recht mit bei den Rumpenheimer Kunsttagen. 
Trotzdem kamen viele hundert Besucher. Am Sonntag wurde der Rundgang zu 18 Kunststationen und 30 Künstlern zum Fest: Die Sonne lachte, es strömten tausende.
Von Reinhold Gries

Kurator Wilhelm Hardt konnte sich nicht um jeden Gast kümmern. Aber seine Mühen und die seiner Mitarbeiter hatten sich gelohnt. Jeder konnte rund ums Schloss nach seiner Fasson selig werden und beim Wein den Blick auf den mit Skulpturen und Objekten bespielten Ehrenhof genießen. 

Showrooms von Modedesignerin Lika Schmodsien und Schmuckgestalter Wolfgang Uhl waren stark frequentiert, ebenso Kunstgärten und -scheune. Begeistert vom Zuspruch war die Neu-Rumpenheimer Malerin Anja Hantelmann im Hinterhofatelier an der Neugasse. Die auf auswärtigem Kunstmarkt weilende Birgit Palt wurde im Keramik-Haus an der Landgraf-Friedrich-Straße würdig vertreten von Malerin und Ärztin Regina Bahmann. Von da ging es zur Kunstfabrik mit Chris Reinelts Glasstudio.


Bernd Gotthardt
Hauptanziehungspunkt indes war die Schlosskirche mit Bernd Gotthardts Licht- und Farbenpoesie. „Lichtspirale“, „Wandläufer“, „Plantenspirale“ oder „Gordischer Lichtknoten“ nannte er seine Installationen. Der Ingenieur setzte auf weiß gestrichene, geschickt angestrahlte Mobiles und Schwebekörper sowie farbige Schatten auf Decke und Wand. Verblüffend seine Skulptur „Der Eimer von Schilda“, mit Lämpchen den Eindruck strömenden Lichtwassers vermittelnd, oder Papierpyramiden, im Luftzug vor der Orgelempore bewegte Schattenspiele malend. Die Performance kulminierte, als Synthesizer-Experte Bernd-Michael Land sein Konzert „Das Lächeln der Bäume“ gab – ohne Computer, absolut live. Lands poetisch wie elektronisch geweitete Naturklänge und Gotthardts Lichtkunst schienen füreinander gemacht. Wer’s verpasst hat, kann’s bis 4. Oktober täglich sehen. 

Nicht zu vergessen die Installation von Irmgard Bolf, Gundula Kleinholdermann und Gisela Winterling im Monopteros. Sehr fein gemacht die mit Gouache und Pinsel aufgetragenen Lyragramme auf fast drei Meter hohen Fahnen im Wind. Auch wer ins Pfarrhaus vordrang, wurde belohnt. Gregor Nawrots artistisch gespachtelte Gemälde sind selten zu sehen, obwohl er in Offenbach wohnt und arbeitet. Seine wundervollen Radierungen erinnern an Strichpoesie Paul Klees und Max Ernsts.









Frankfurter Rundschau  20. SEPTEMBER 2015

Künstlern über die Schulter schauen

 Von FRANK SOMMER

32 Künstler aus Offenbach und der Region hat Organisator Wilhelm Hardt verpflichten können, an 18 Stationen, von Privathäusern über die Schlossgewölbe bis zu Ateliers wird ausgestellt.

Kunstobjekt der Offenbacher Künstlerin
Manuela Olten
"Schau mal da, ein Silberfischchen. Ist das nicht toll?“, sagt die Frau und zieht ihre Begleiterin zu sich. Fast 20 Zentimeter lang ist das mehrbeinige Tierchen, das beide Frauen mit einem Lächeln im Gesicht bestaunen. Freilich ist es kein echtes Insekt, es ist ein Kunstobjekt, das die Offenbacher Künstlerin Manuela Olten entworfen hat. In den Räumen der Bürgerinitiative Rumpenheim hat sie ihre Arbeiten am Wochenende zu den Rumpenheimer Kunsttagen ausgestellt. „Ich bin über ein Buch über antike Weihnachtsgeschenke auf die Idee gekommen, Wattefiguren zu entwerfen“, beschreibt Olten ihre Inspiration. An beiden Ausstellungstagen muss die Künstlerin noch oft die Fragen der Besucher beantworten, bei den Kunsttagen kommen Kreative und Besucher rasch miteinander ins Gespräch.
32 Künstler aus Offenbach und der Region hat Organisator Wilhelm Hardt verpflichten können,
an 18 Stationen, von Privathäusern über die Schlossgewölbe bis zu Ateliers wird ausgestellt.
Im Schlossgarten zeigen fünf Bildhauer ihre Skulpturen, auch von dem immer mal wieder einsetzenden Regen lassen sich die Besucher nicht abschrecken und begutachten die Werke. „Ich bin immer wieder gern bei den Kunsttagen“, sagt Besucher Hermann Krapf, „denn hier hat man die Gelegenheit, sich auch mal ausführlicher mit den Künstlern zu unterhalten. “Das Angebot ist breit gefasst: Designerin Lika Schmodsien zeigt nicht nur Mode und Schmuck, sondern hat auch ihre Badezimmertür kurzerhand abgeschraubt und zum Gemälde gemacht, Regina Bahmann zeigt Materialbilder und Bernd Gotthardt taucht das Innere der Schlosskirche in ein buntes Farbenspiel. „Dieses Jahr haben wir sogar fünf Bildhauer, statt wie sonst drei, die im Freien ausstellen“, sagt Hardt. Viele der Kunststationen seien doppelt besetzt. „Die Nachfrage seitens der Künstler ist groß“ sagt er. Das hänge auch damit zusammen, dass sich der Künstlerkreis seit zwei Jahren stärker im Internet präsentiert. „Wir wollen dafür sorgen, dass Rumpenheim als Künstlerort bekannt wird“, sagt Hardt. Der Regen vom Samstag schreckt ihn nicht: „Vergangenes Jahr hat es noch mehr geregnet und das war unser umsatzstärkstes Fest.“





Offenbach Post / Offenbach-Seite am 17.9.2015



Offenbach Post / Kultur-Seite am 17.9.2015



Offenbach Post am 10.9.2015



Offenbach Post vom 3.9.2015





Offenbach Post vom 6.8.2015




Gute Bilanz dank Internet
Offenbach Post  23.9.2014
Mehr junge Besucher, stärkerer Zuspruch schon am Samstag:
Trotz kleiner Technikpannen viele zufriedene Gesichter bei den Rumpenheimer Kunsttagen. 
Von Claus Wolfschlag
„Ich war die erste, ganz allein“, erinnerte sich Andrea Plefka anlässlich der Rumpenheimer Kunsttage, die am Wochenende zum zwölften Mal stattfanden, an die Anfänge der Veranstaltung. Anlässlich der Offenbacher „Kunstansichten“ stellte Plefka einst als einzige ihre Bilder in Rumpenheim aus. Da die Teilnahme für die „Kunstansichten“ damals an eine komplizierte Bewerbung geknüpft wurden, beschloss ein Netzwerk um den Initiator Robert Elbe im Jahr 2002 schließlich die Abspaltung Rumpenheims. Die Kunsttage waren geboren.
Plefkas im Schloss-Casino aufgebauten Aquarelle erhielten wieder direkte Schützenhilfe durch die Fotografien Lucie Heirichs, ebenfalls eine Künstlerin der ersten Stunde. „Wir haben 17 Jahre im östlichen Schlossflügel gewohnt, sind dann vor zehn Jahren in den Odenwald gezogen“, so Heirich. Ihre Fotografien nimmt sie zwar längst digital auf, bearbeitet sie aber bewusst nicht am Computer. Dieses Jahr waren sie dem Thema „Wasser“ gewidmet, so dass die Aufnahmen Gebäudespiegelungen in Pfützen und Brunnenanlagen zeigten.
Dem Standort Rumpenheim verbunden ist auch der Bad Homburger Bildhauer Stephan K. Müller, der schon zum wiederholten Mal den Schlosshof mit seinen Skulpturen zierte. Köpfe aus Holz, Stein und Metall hatte er auf weißen Stelen um die Rasenfläche gruppiert. Da Müller ein haptischer Künstler ist, liegt sein Hauptaugenmerk auf dem Fühlen; der Struktur und Oberfläche des Objekts.


„Hier ist es immer schön. Als ich das erste Mal in Rumpenheim ausstellte, war das Schloss noch eine Ruine“, erinnerte er sich lächelnd. Dem damaligen Wiederaufbau zu verdanken ist auch, dass heute die Tiefkeller des Schlosses für künstlerische Präsentationen genutzt werden können. Unter anderem waren dort nun erstmals Uwe Schramms an einem Stahlseil befestigte Fotografien zu sehen, ebenso die bizarren Handpuppen Matthias Peinelts aus Kronberg. Peinelt arbeitet seit vielen Jahren als Graphikdesigner für den Hessischen Rundfunk. Daneben betätigt er sich als freier Künstler.
„Seit meiner Kindheit habe ich ein Faible für Puppen. Mit meinen wurde zwar schon gespielt, mein Wunsch ist aber, mit ihnen ein eigenes Theater zu kreieren.“ Für bestehende professionelle Theaterbühnen seien seine Puppen allerdings weniger geeignet, gab er zu. Diese vergeben Fertigungsaufträge meist nach eigenen Wünschen und machen dabei hohe technische Auflagen.
Von der Technik konnte auch der Maler Hagen Bonifer ein Liedchen singen, denn lichttechnisch war bei seiner sperrigen Installation „Höhlenschätze“ in der Schlosskirche nicht alles glatt gelaufen. So waren zwar die von ihm dort ausgestellten Zitate, beispielsweise von Platon, Nietzsche und Hölderlin, gut zu lesen, das unter die Decke gespannte Eros-Großgemälde aber musste auf die geplante Ausleuchtung verzichten. So blieb ein mit Wortkaskaden gespickter düsterer Raum, „ein archaischer Ort, eine dionysische Höhle“, wie Bonifer interpretierte.
Rund um die Kirche ging es hingegen farbenfroher zu. Im Pfarrgemeindehaus an der Schlossgartenstraße zeigten Amparo und Fidel, die Kinder von Pfarrerin Kirsten Lippek, Landschaftsfotografien und Manga-Zeichnungen.


Malerei des Mühlheimers Wolfgang Geppert
Im Mausoleum waren Landschaftsmotive des Mühlheimer Malers Wolfgang Geppert zu sehen: Wälder, ein Fahrradfahrer, Kinder auf Wiesen und Angler. Großes Interesse fanden die in dunklen Tönen gehaltenen Kleider von Lika Schmodsien. Die Modedesignerin ist ein Neuzugang in Offenbachs nördlichstem Stadtteil. „Seit 25 Jahren arbeite ich in Frankfurt, vor zwei Jahren ist mein Geschäft wieder an den Oeder Weg zurückgezogen. Und seit vier Monaten lebe ich privat in Rumpenheim“, strahlte sie. Der Liebe wegen sei sie hingezogen, fühle sich auch bereits heimisch. Eine Auswahl ihrer Kollektion zeigte sie im ehemaligen Stallgebäude an der Schlossgasse. Dabei orientierte sich die Farbpalette der Textilien an Schmodsiens zusätzlich präsentierten grautönigen Gemälden. „Das Publikum hier ist anders als im Oeder Weg, das macht die Veranstaltung spannend für mich“, sagte sie.

Vom Publikumszuspruch war auch ein Urgestein der Rumpenheimer Kunstszene beeindruckt: Schmuckdesigner Wolfgang Uhl, der zudem den ersten Stock seines Hauses als Ausstellungsfläche für Jutta Hingsts Radierungen zur Verfügung gestellt hatte: „Die Veranstaltung wurde diesmal stärker über das Internet kommuniziert. Vermutlich deswegen sind wir schon für den normalerweise schwächeren Samstag gut besucht. Zum Auftakt kamen auch mehr jüngere Leute.“







Stoff für Entdecker

Offenbach Post vom19.9.2014

Die Rumpenheimer Kunsttage laden an diesem Wochenende zum Rundgang ein. Dabei treten 30 Künstler im und um das Rumpenheimer Schloss zum produktiven Dialog an zwischen angewandter und freier Kunst, begleitet von Musik und Performances. 

Von Reinhold Gries 
Bis zum 2. Oktober zu sehen ist die ambitionierte Installation „Höhlenschätze. Bergungen“ des Mühlheimers Hagen Bonifer in der Schlosskirche. Der Maler und Bühnenbildner kleidet den barocken Sakralraum mit 13 literarisch-philosophischen Texten zur „Kaaba“ aus, die in weißen handgeschriebenen Lettern auf schwarzen Fahnen zum Leuchten gebracht werden. Über den „archaisierten Kunst- und Handlungsraum“ wölbt Bonifer ein gemaltes „Eros“-Großformat wie ein Deckenfresko. Das kann auch Reiner Michels hier gespielten Kompositionen guttun, der Lyrik und Musik von Katharina Eismanns Gruppe „Wortklang“ oder Bernd-Michael Lands quadrophonischer Musik „Das Lächeln der Bäume“.
Gegenüber im „ruk“-Mausoleum bringen Martin Britsch, Stephan Adloff und Sven Eismann Skulpturen und Objekte durch Licht in Bewegung und betreiben eine „Nightmove“-Bar. In Schloss-Tiefkellern wie im Schlosshof setzt man auf Bewährtes. Bildhauerei von Lothar Steckenreiter und Stephan K. Müller wie Objekte von Hannes Metz vereinen sich zum Skulpturenpark, der in Wilhelm Hardts Materialbildern und Plastiken im Gewölbe Fortsetzung findet.
In den stimmungsvollen Kellerräumen trifft man auch auf surreale Kunst wie Uwe Schramms fotografische Verfremdungen und Bild-Aphorismen oder Matthias Peinelts dadaistische Grafiken und Handpuppen, mit denen auch gespielt wird. Im Schloss-Casino zeigt Andrea Plefka neue Aquarelle wie „Listen“ und „Fernes Licht“ neben Lucie Heirichs Fotoserie „Wasser“. In ehemaligen Marstallgebäude in der Schlossgasse gibt es „work in progress“ zu sehen: in der Säulenhalle von Modeschöpferin Lika Schmodsien, im Atelier des Schmuckdesigners Wolfgang Uhl oder bei Grafikerin Jutta Hingst. Wie Schmodsien mit Textilem, Farben und Objekten zaubert und Hingst mit Linien, so verwandelt Uhl etruskische Eisenschmelze, Schotterstein oder grüne Uwarowit-Granate vom Ural in Kunst, die für sich selber steht.

Wer dazu in der Landgraf-Friedrich-Straße – oder per „Making of“-Auftritt auf ihrer Webseite – erlebt, wie Keramikgestalterin Birgit Palt Porzellanserien mit Spezialhandschuhen aus noch 500 Grad heißem Öfen holt, weiß, wie anstrengend Kunsthandwerk sein kann. Heiß ist´s auch an Chris Reinelts Glasschmelzöfen, deren Inhalt ähnliche Vorlieben für Bauhaus-Kunst verraten wie „Gesägte Geometrien“ in Eberhard Lachers Showroom.

Malerisches Gewicht erhalten die Kunsttage in Grete Steiners Scheunengalerie mit Beate Hodapps farbkräftigen Abstraktionen aus zermörserten Edelsteinen oder durch Anja Hantelmanns rätselhafte Bildinszenierungen in der Neugasse. Dazu setzt das BIR-Domizil mit Werken von Johanna K. Eichhorn aus dem Kahlgrunddorf Omersbach Glanzlichter. Gäbe es beim Kunstfest einen „artist in residence“, dann verdiente es die Kostümmalerin der Frankfurter Bühnen. Ihre auf Papier oder Glas gemalten, abstrahierten wie expressiv figurierten Themen-Serien „Bewegte Landschaft“ und „Mein Dorf“ traumwandeln meisterlich zwischen Phantasie und Poesie, Erlebtem und Erinnertem.





MUT&LIEBE 12/2014











Offenbach Post, September 2012

Was einst Teil der Offenbacher „Kunstansichten“ war, ist zum eigenständigen Festival gereift: 

Die „Rumpenheimer Kunsttage 2012“, 15. & 16. September, locken zum früheren Landgrafenschloss. 
Von Reinhold Gries
Nach dem Vorspiel mit Leonore Poths Pastellen in der Kunstscheune, nun durch Ute Jeutters Aquarelle im Innenhof ergänzt, beginnt das Festival heute um 19 Uhr mit der „Ouverture“ in der Schlosskirche, wo die Gemeinschaftsausstellung eine Woche geöffnet bleibt. Nicht nur bei der Soirée mit Harfenistin Mónica Rincon und Flötistin Nina Steinbronn werden die Kunst- auch zu Musiktagen. „Lyrik und Musik“ sowie ein „Spaziergang mit Saxophon“ begleiten den mit roten Fußspuren markierten Rundgang am Wochenende durch 14 Kunststationen. Der Parcours führt von Schloss-Casino, historischen Tiefkellern, Mausoleum und Innenhof über Schloss- und Fischergasse bis zur Schreibwerkstatt Klingspor in die Kunstfabrik und zur Landgraf-Friedrich-Straße. Dabei zeigen 24 Künstler Fotografie, Malerei, Skulpturen und Objekte, Installationen, Lichtkunst und Grafik. Prägend sind dabei renommierte Formgeber wie Wolfgang Uhl. Aus Ostseekieseln formt er ebenso einzigartige Schmuckobjekte wie aus Bergwerk-Bernsteinen, Poona-Cavansit-Kristallen oder Rohopalen. Sein Studio wird durch Petra Maria Mühls in Wachs gegossenen und dann virtuos fotografierten „Rosenkosmos“ zum Gesamtkunstwerk. In der Kirche hat Uhl eine Papierarbeit in QR-Code bedruckt, mit dem Besitzer internetfähiger Handys „WasserFilme“ abrufen können. Meister ihres kunsthandwerklichen Fachs sind auch Glasfusing-Experte Chris Reinelt und Keramik-Designerin Birgit Palt. Während Reinelts klar strukturierte Schalen und Scheiben oft das Erbe des Bauhauses fortschreiben, pendelt Palt zwischen Nutzwert und unerschöpflichen Möglichkeiten von Porzellan, Steinzeug und Textil. Hohen Anspruch pflegen auch Kalligrafien von Maritta Staacks von der Schreibwerkstatt Klingspor im Hoefer-Archiv wie in der Kirche. In deren Logen hat die frischgekürte Staatspreisträgerin Sabine Perez (Work-)Shops eingerichtet, um vergessene Leinenstickkunst zu neuem Leben zu erwecken. Dazu bespielt Ehemann Daniel Perez zwei Kirchenbänke mit Hörinstallationen zu eigenen Texten und spiegelt Gehörtes visuell im Kirchenschiff. Dort hängt eine der großformatig abstrahierenden Malereien Regina Bahmanns als Projektionsfläche für Träume und Assoziationen, während Jörg Häuslers Farbigkeit daneben ins Dreidimensionale führt. In Innen- wie Außenräumen trifft man auf Materialexperimente wie Daniel Michels mit Flachkies besetzte Holzkörper, Hannes Metz‘ gleichnishafte Figurationen, Wilhelm Hardts surreale Plastiken oder Manfred Funkes kinetische Plastiken. Reizvoll auch die Licht-Welt-Werkstatt von Marina Greis im Schloss-Keller mit skurrilen Licht- und Schattenspielen um Skulpturen und Wandobjekte. Klassischer wirken Andrea Pflefkas schwebende Aquarelle und Gouachen zu Gefühltem wie Gesehenem, Lucie Heirichs unmanipulierte Analog-Fotos, Jutta Hingsts filigrane Tier-Radierungen und Janine Bruchets „französische“ Mainlandschaften. Im Mausoleum dann Archaisches bei von Peter Jakubowski arrangierten Plastiken Drei- bis Sechsjähriger zum Motto „ICH, wenn ich groß bin“.







MUT & LIEBE  04/2012    Rumpenheimer Kunsttage









Dekoratives und Skurriles

Offenbach - Einst als Teil der „Offenbacher Kunstansichten“ entstanden, haben sich die „Rumpenheimer Kunsttage“ zum eigenständigen Künstler- und Musikerfest rund ums Schloss entwickelt. Von Reinhold Gries
Das war beim Rundgang durch offene Ateliers, Ausstellungen in Schloss und Innenhof sowie in Privathäusern zu sehen. Da ist Vielfalt angesagt, auch was Niveau-Unterschiede zwischen professioneller und Freizeitkunst betrifft. Das ist von Initiator Robert Elbe und Team so gewollt.
Elbe konnte wegen eines Unfalls am Festival nicht teilnehmen, hatte aber mit Helfern wie Glasfusingkünstler Chris Reinelt, Bildhauer Wilhelm Hardt und Schriftkünstlerin Hannelore Andree die Weichen zeitig gestellt. Für den musikalischen Teil sorgte der musikerfahrene Ingenieur Horst Kriszio, zu hören bei der „Ouvertüre“ in der Schlosskirche, in welcher der Offenbacher Konzertgitarrist Talib Richard Vogl kurzweilige und skurrile Betrachtungen darbot.
Die damit eröffnete Gemeinschaftsausstellung, die jeden Künstler mit einem Exponat vorstellt, ist in der Kirche bis zum 25. September zu sehen (Montag bis Freitag 9 bis 14 Uhr, Samstag ab 18 Uhr, Sonntag ab 15 Uhr). Dort bringt die Finissage weitere Höhepunkte: Am Samstag, 24. September, 20 Uhr, führt Susanne Neumeyer-Kohnen die Lichtbildkunst-Performance „Gegenüber dem Himmel“ auf, samt Tanz, Oboen- und Saxofonklängen. Am Sonntag, 25. September, folgt das Klezmer-Ensemble „Hejbt on“ (16.30 Uhr).

Bildende Kunst

Aber zurück zum Rundgang: Durch den Kunstgarten von Grete Steiner an der Fischergasse, in welchem Bildhauer und Schmied Peter Jakubowsky Skulpturen ausstellte, ging es in die geschmackvolle Wohnhalle. Dort vereinten sich grandios gemalte Maltafeln Margot Hochheimers mit modernen musikalischen Kompositionen zum Gesamtkunstwerk. Bei der Interpretation von Stücken Hindemiths, Dvoraks und Henzes boten Gabriele Scholz am Flügel und Heilpraktiker Joachim Wingenfeld an der Geige professionelle Spielkunst, gefolgt von E-Gitarrenläufen Thomas Müllers.
Im Innenhof des Schlosses, bereichert um Mathias Blocks temporäre Biertisch-Installation „Festzelt“, Manfred Funkes kinetische Plastiken und Detlef Kleinens dekorative Rheinkiesel-Reliefs, verwandelte Multiinstrumentalist Gert Zimanowski Sprache in „Talktone“-Musik – mit exotischen Instrumenten wie Hang, Sansula oder Darabuka.
Bildende Kunst spielte die Hauptrolle, als es vom „Casino“ des Schloss-Westflügels mit Andrea Plefkas fein aquarellierten Figuren und Lucie Heirichs virtuos fotografierten Treppen- und Architekturbildern treppauf zur sogenannten Wohnung empor ging. Dort boten Simplicissimus-Federzeichnungen des renommierten Mühlheimer Karikaturisten Klaus Puth Illustration der Spitzenklasse, gefolgt von Monika Schilms Linoldrucken, Holzschnitten und Malereien, die auch zu den Höhepunkten der Kunsttage zählten. Treppab ging es in massiv überwölbte Tiefkeller des Schlosses, in denen Wilhelm Hardt starkfarbige Buntfenster und filigrane „Lebenslinien“-Materialbilder neben Wolfgang Erbs Farbspielen zu finden waren, oder auch Kornelia Dahlhausens Gemälde, Skulpturen und Keramiken.

Offenbach hat immer Zukunft

In der Bogenhalle des Mausoleums stand ein gedeckter Tisch, an dem niemand sitzen durfte. Kunstvoll bestickte Servietten von Sabine Perez, kürzlich mit dem Hessischen Staatspreis des deutschen Handwerks prämiert, bildeten mit klassischem Gedeck, Plastikstühlen und aus Boxen klingenden Single-Auskoppelungen ihres Ehegatten Daniel Perez eine stille, widersprüchliche Installation, die nachdenklich machte. Wenige Meter weiter, im pittoresken Atelier Wolfgang Uhls an der Schlossgasse, drängten sich Besucher um neue Halsketten, Armreifen und Ringe aus Bernstein, verquarztem Mammutbaumholz und Ostseekieseln. Gut besucht war die Landgraf-Friedrich-Straße, wo nicht nur die BIR erstmals ihre Räume für Kunsttage-Ausstellungen und Erzählcafé geöffnet hatte.
Im „Gelben Haus“ zogen Birgit Palts Porzellanleuchten, Geschirre und Spitzenmuster-Schüsseln ebenso an wie Mocki Plaths und Karin Happels fantasievolle Kreationen. Ausgefallene Hut-Stirnbänder ließen sich auch als Schal oder – bei passender Taille – als Gürtel tragen. Der Rumpenheimer Ideenreichtum setzte sich bis zur Kunstfabrik am Kleinen Gässchen fort, wo die Schreibwerkstatt Klingspor ebenso frequentiert war wie Chris Reinelts Studio mit ofengeformtem Glas. Dazwischen saß Barbara Meyer im Kunstmobil „JuKuMo“ der Jugendkunstschule. Künstlerisch, das war nicht nur dort zu sehen, hat Offenbach immer Zukunft!






Frankfurter Rundschau    19. SEPTEMBER 2010KUNSTTAGE IN RUMPENHEIMKreativität in ruhiger Atmosphäre

 Von SIGRID ALDEHOFF
Rund 3000 Besucher haben am Sonntag die Gelegenheit genutzt, sich bei den Rumpenheimer Kunsttagen Werke von Künstlern aus der Region anzusehen. Die Arbeiten sind noch bis Ende September zu bestaunen.


Die Besucher sind hin und weg: Immer wieder streichen sie über die glatte Oberfläche der Wurzelkugel aus Süßkirschenholz. Was ursprünglich 30 bis 40 Jahre in der Erde gesteckt hat, wurde von Thomas Baumgärtner mühsam ausgegraben, um daraus Kunstobjekte zu machen. Zu sehen waren die Werke am Wochenende bei den Kunsttagen in Rumpenheim.
Im Schlosshof und den im alten Ortskern ansässigen Ateliers präsentierten die Künstler und deren Gäste ihre Werke. Rund 3000 Besucher, so schätzte gestern Organisator Robert Elbe, haben die Kunsttage besucht. Dass die Offenbacher Kunstansichten nicht mehr zeitgleich stattfinden, sei kein Nachteil, „wir haben bei gutem Wetter jedes Jahr mehr Besucher“.
Thomas Baumgärtner aus der Nähe von Mainz ist mit seinen Wurzelkugeln erstmals dabei. „Es gibt niemanden außer mir, der so etwas macht“, sagt er. Ein Drechsler würde die perfekte Rundung wegen der Unwucht der Holzklötze nicht hinbekommen. Er hat für seine Arbeiten eigens ein Gerät entworfen, mit dem er die 20 bis 40 Kilo schweren Holzstücke zu Kugeln schleifen kann. Ihren Charme entfalten die Werke durch eingeschlossene Knoten und gewachsene Löcher im Wurzelgeflecht. Schleifpapier und Mohnöl geben ihnen den letzten Schliff und warmen Glanz.
Zweidimensionale Kunst zeigte Andrea Plefka. „Zuerst habe nur ich hier im Schloss ausgestellt, dann kamen immer mehr andere Künstler dazu.“ Die Veranstaltung werde mit geringem Aufwand in Eigenregie organisiert. Plefka hat Industriedesign an der Hochschule für Gestaltung studiert und wohnt jetzt im Rumpenheimer Schloss. Die ruhige Atmosphäre fördere die Kreativität, sagt sie, doch „der Kunstmarkt ist gerade sehr schwierig.“
Wolfgang Uhl profitiert davon in seinem Atelier in der Rumpenheimer Schlossgasse 4. „Die Leute, die früher wertvollen Schmuck gekauft haben, kommen jetzt zu mir.“ Der Schmuckdesigner verarbeitet selbst gefundene Edel- oder Schottersteine zu Ringen und Ketten in Y-Form mit asymmetrischen Strängen.
Seit drei Jahren ist Wilhelm Hardt aus Bürgel dabei. Zu seinen Arbeiten, aus Metall und Holz gefertigt, sagt er: „Das, was im Kopf ist und raus muss, gieße ich in Materie.“



Jenseits der bekannten Schubladen

Die Trennung in freie (Offenbacher „Kunstansichten“) und angewandte Kunst (Rumpenheimer „Kunsttage“) ist so nicht zu halten. Das zeigt die Gemeinschaftsausstellung der Rumpenheimer Künstlerkolonie in der Schlosskirche, bei der sich bekannte Aussteller mit neuen und Gastkünstlern mischen.

Von Reinhold Gries 22.09.2009 Offenbach Post

    Welchen Stellenwert Malerei in Rumpenheim hat, zeigt etwa HfG-Absolventin Andrea Plefka in figurativem Aquarell, bei dem reduzierte Formsprache Raum lässt für eigene Bilder im Kopf des Betrachters. Regina Bahmanns Gemälde „Aus dem Wasser kommt das Leben“ dokumentiert ihren fließenden Arbeitsprozess und spielt ebenso mit bildnerischen Mitteln wie das expressive Farbfeuerwerk Jörg Häuslers.
    Hervorragend Maltechnik und Kolorit Margot Hochbergers im Acrylbild „Teichrosen“, das an der Orgelempore die Blicke auf sich zieht; eine sehr eigenständige Variation zu Monets Giverny-Bildern. Stark an französischen Impressionismus angelehnt wirkt die Rumpenheimer Mainlandschaft der aus Paris stammenden Malerin Jeanette Bruchet.
    Gesamtdeutsch ist das Diptychon der in Halle geborenen Steffi Barthel. In beziehungsreicher Übermalung und Textur stehen ein Betender über dem Brandenburger Tor und eine FDJ-Rednerin einander gegenüber. Freie Malerei bieten die stilisierten Figurinen Christine Kirchhoffs und Bärbel Stoeckermanns sowie das großartig gemalte Aquarell Hayko Spittels.
    Dann kommen Grenzgänger, die sich schwer in die Schubladen „Maler“ oder „Kunsthandwerker“ stecken lassen. „Einfach Kunst“ sind die Kalligrafien, Collagen und Aquarelle der HfG-Absolventin Hannelore Andree in der Loge. Die Stein-Schrift-Collage „Die Zeit ist nicht nur rund ...“ vor dem Altar profitiert von ihrer Mitarbeit in der Schreibwerkstatt Klingspor. Aus deren Hoefer-Archiv ist auch das wundervolle Vaterunser-Schriftblatt von Alan Blackman aus San Francisco gekommen. Man sieht: Offenbach ist immer noch ein Zentrum der Kalligrafie.
    Scheinbar in der Fläche bleibt Lucie Heirichs großformatige Fotografie aus der Serie „Spiegelungen“. Ihr gekonntes Umspringen mit Perspektiven öffnet neue Räume.
    Die Grenzen zwischen Skulptur, Objektkunst und angewandter Kunst werden immer fließender. Künstlerischen „Bankgeheimnissen“ widmen sich HfG-Designerin Jutta Hingst und Wilma Roth. Hingsts Farbradierungen leben von ihrem expressivem Strich und ihrer souveränen Drucktechnik. Roths köstliche Skulptur „Für Wucherer“ verblüfft durch Betonguss und virtuoses Gestalten mit Textilien. International bekannt ist „Lord of Stones“ Wolfgang Uhl, Grenzgänger zwischen Schmuckdesign und Objektkunst. Diesmal hat er eine „Steintasche“ mit Metallgriffen auf eine Stele gewuchtet.
    Zu beneiden ist Rumpenheim um Designerin Birgit Palt, die in fantasievollen „Märchen-Tatorten“ pfiffige Synthesen aus Porzellan und Glas findet, die an Charme und Witz kaum zu übertreffen sind. Eine singuläre Erscheinung ist Glaskünstler Chris Reinelt, dessen „heiß gemalte“ Schalen und Fensterbilder in „gekämmter“ Glasfusing-Technik hierzulande kaum jemand nachmachen kann.
    Originell endet der Gang durch die örtliche Kunstszene mit Einblicken in die Installation „Der süße Wolf – Zeit ist eine Himbeertorte“. Sabine Pabst hat vierlagige Softis mit Stickereien versehen und die Arbeitsstunden dazugeschrieben. Die von Daniel Perez installierte elektronische Countdown-Uhr nullt die Rumpenheimer Kunsttage genau auf Tag, Stunde, Minute und Sekunde.






Offenbach Post,  13. September 2008




Offenbach Post,  10. September 2007