RKT 14

Kunststation 10 / SCHMUCKatelier _ WOLFGANG UHL
Wolfgang Uhl (Schmuck und Objekte - Erdgeschoss)  Jutta Hingst (Radierung und Zeichnung - 1. Stock)
... und weitere Erinnerungen an die Rumpenheimer Kunsttage 2014


Die Arbeiten von Jutta Hingst entstehen durch Experimentieren mit der Technik der Radierung, und sind verarbeitete Eindrücke die das Leben täglich bietet.
Oder ergeben sich einfach während des Schaffens. Hühner, Menschen und fremde Wesen entstehen und vermitteln Geheimnisvolles. Meist mit zarten auf die Metallplatte geritzten Linien geben sie nicht alles preis. Der Zuschauer darf seine Geschichte schmunzelnd dazu erfinden, oder sich einfach nur amüsieren.






Ausstellungsrundgang



1 Schloss Hauptgebäude - Tiefkeller links


- Uwe Schramm Fine Art Photography
Das vermeintlich Bekannte soll durch meine Fotografie eine Aura der Fremdheit hinzu gewinnen, die den abgebildeten Gegenstand in einem neuen Licht erscheinen lässt und das Auge des Betrachters zu einem neuen oder besser noch: neugierigen Blick verführt. Das Ergebnis ist eine andere Sicht der Dinge, die nicht so sehr vom jeweils dargestellten Objekt, sondern dem individuellen Blick auf ihn herrührt.
- Wilhelm Hardt Materialbilder - Plastik - Texte
Was ist stärker? Weiches Holz? oder zäher Stahl? oder harter Stein?
Holz gewinnt und verträgt sich doch mit beidem.
So sind die neuen, reliefartigen Holzscheiben von Wilhelm Hardt, Erinnerungen an Sonnen, Monde, Planeten – und gleichzeitig sowohl Träger dieser drei Elemente wie auch Leuchtkörper ihrer selbst.
...und auch Gott Thors feuergoldene „Donnerkeile“ finden eine neue Bestimmung, in dem sie, an „seidenem Faden“ über allem schweben, bereit sind, den „Frevler“ zu zermalmen.



2 Schloss Hauptgebäude - Tiefkeller rechts


- Matthias Peinelt - Puppen und Zeichnungen
„An versponnenen Fäden, von oben herab das gut vermeintliche Püppchen, ein Lied auf diesen Fäden tragend – mit vielen sonderbaren Melodien.
Zu hören nur mit böser Eintracht.“
Diese Zeilen aus dem Prolog eines versuchten Puppentheaterabends umschreiben die Kunst von Matthias Peinelt. Mit Zeichnungen, Textbüchern, Handpuppen und Marionetten werden die Herrschaften seiner Gedankenwelten in die Welt gesetzt, zum ersten Mal aber überhaupt wird die präsentierte Versuchsanordnug zum Leben erweckt.
Während der Rumpenheimer Kunsttage kommt ein eigens hierfür konzipiertes Puppenspiel zur Aufführung, dessen Gestalt und dramatischer Verlauf allen Beteiligten, Puppen, Spielern, Publikum, erst während des illustren Spiels vergnüglich offensichtlich wird.
- Jörg Häusler Objekte und Malerei
In seinen Bildern verknüpft Jörg Häusler geometrische und gestische Elemente - überlagert, überblendet und setzt neu zusammen. Die fröhliche Farbigkeit, die Spannung von Formen und Bewegung verleihen sei-nen Werken starke Ausdruckskraft. Darüber hinaus zeigt er Objekte in Holz und Metall.



3 Schloss Westflügel - Casino


- Andrea Plefka Aquarell
Das Aquarell ist für die Künstlerin Andrea Plefka immer wieder eine spannende Herausforderung. Das Experimentieren mit den Lasuren, die Reduzierung auf das Wesentliche ist Ausdrucksform ihrer Arbeiten und letztendlich ihr Dialog und Auseinandersetzung zwischen Mensch und Natur.
- Lucie Heirich Fotografie
Neue Fotografien, aus spannenden Perspektiven gesehen, schwerpunktmäßig mit dem Thema „Wasser“, präsentiert Lucie Heirich im Casino des Schlosses.






4 Schlossinnenhof


- Lothar Steckenreiter Skulptur
Bei meinen Skulpturen verwende ich eine konstruktive, minimalistische Formensprache um den Eindruckder Instabilität zu erwecken. Im freien, spielerischen Umgang mit gewohnten Kategorien wie Regelmäßigkeit oder Symmetrie, erweckt die Skulptur den Eindruck der Instabilität.
- Stephan K. Müller Skulptur
Leiter der Galerie Fleck, seitdem Organisation regelmäßiger Ausstellungen, wie z.B. „Licht und Schatten“,„viels(ch)ichtig – hinter dem Rahmen geht es weiter“, Licht- und Feuerperformance - seit 2004 Arbeit als freischaffender Künstler in Ober-Eschbach bei Bad Homburg
- Hannes Metz Skulptur
Mich begeistern vor allem einfache geometrische Formen und Strukturen. Durch die Kombination von altem Holz und unterschiedlichen Materialien wie Glas, Metall, Gips und Keramik versuche ich Alt und Neu mit-einander zu verbinden. Als Equilibrist betätige ich mich bei meinen schwebenden Spiralen aus Stahl oder spektakulären Skulpturen aus Steinen.
- Bewirtung durch „trattodino“ Italienische Küche und Weine
- Musik: Wayne D‘Andre & Marvin Davis BLUES-SOUL-JAZZ am So, 21.9. ab 15.00 Uhr


5 Mausoleum im Schlosspark, RUK Rumpenheim Kultur e.V.


Zu Dritt in die Nacht - Martin Brittsch - Stephan Adloff - Sven Eismann
NIGHTMOVE im Mausoleum BAR.LICHT.TON
Wenn am Freitag und Samstag 19./20.9. die Türen im Rahmen der Kunsttage schließen, bleibt das Mausoleum geöffnet. NIGHTMOVE richtet sich an die Aussteller und Liebhaber besonderer Atmosphäre. Martin Brittsch, Stefan Adloff und Sven Eismann bringen mit Licht und Ton dem einen oder anderen Bekanntes in einen neuen Kontext.
NIGHTMOVE ist eine Bar im Rahmen der Kunsttage
Ausstellung im Mausoleum tagsüber: Wolfgang Geppert, Malerei
Wolfgang Geppert bedient sich in seinen Werken vielfältiger Materialien und Techniken. Zeichnungen mit Kugelschreiber, Öl auf Leinwand, Ölkreide sind Materialien dieser ausgewählten Bilder.
Aufgrund einer Aphasie ist es dem Künstler nicht möglich die passenden Worte zu den Inhalten seiner Bilder zu finden.




6 Schlosskirche im Schlosspark


Ouverture der Rumpenheimer Kunsttage am Freitag, den 19. Sept. um 19 Uhr
Eröffnung: OB Horst Schneider Offenbach/M

Hagen Bonifer >Höhlenschätze. Bergungen< Installation
Hagen Bonifer wurde durch seine Text gebundenen Installationen, dem Gemäldezyklus Vom Nutzen zu zweifeln:

2. Juni 1967 oder der Inschrift auf dem Eisernen Steg „Auf weinfarbenem Meer segelnd zu anderssprachigen Menschen“ bekannt. Werke von ihm befinden sich im sakralen und öffentlichen Raum.
Er arbeitet im Bereich der konzeptionellen und interdisziplinären Kunst- und Kulturvermittlung. Der Künstler ist als Bühnenbildner im In- und Ausland tätig. Er lebt in Mühlheim.
Katharina Eismann WORTKLANG - Lesung und Musik - Sonntag um 16.00 Schlosskirche
Gruppe WORTKLANG „Schloss Spektakel“ - Lyrik und Klang Performance - an den Tasten und E-Gitarre Wolf-Dieter Köster, Perkussion Bernd Cürten, Texte Katharina Eismann „Ein Scheppern erfasst den Saal, rostige Geigen und Posaunen galoppieren in den Lumpenreigen“ (Schloss Spektakel)
- Finissage am Freitag, den 03.10.2014
Bernhard Land - Quadrophonisches Konzert: Das Lächeln der Bäume. Live gespielte elektronische Klänge morphen sich mit Field-Recordings zu fließenden ambienten Soundlandschaften um den Raum zu füllen. Die auditiven Wahrnehmungen verzaubern den Hörer und ani-mieren zum Träumen. Sphärische dreidimensionale Klänge sollen Ideen und Gedanken anreißen und eige-ne Phantasien anregen. Die Tür in einen endlosen Antiraum, ohne Dimension und Zeit, ist geöffnet und lädt den Menschen zum Verweilen ein. Da jeder einzelne Klang in seinem Spektrum speziell für die echte Quadrophonie programmiert wurde und somit frei im Raum wandern kann, katapultiert sich das Hörerlebnis in eine völlig neue Dimension.



7 Evangelische Pfarrgemeinde - Pfarrhaus Schloßgartenstraße 5


Pfarrerin Kirsten Lippek Acrylmalerei, Amparo Lippek Fotografie, Fidel Lippek Bleizeichnung
“Nachdem Amparo Lippek bereits 2012 „Merkwürdige Gesichter“ (Bleistiftzeichnungen) ausstellte, ist sie diesmal mit Fotografien dabei. Ergänzt wird die Fotoausstellung mit Acrylbildern von Kirsten Lippek und Bleistiftzeichnungen von Fidel Lippek.









8 BIR Bürgerinitiative Rumpenheim e. V., Landgraf-Friedrich-Str. 1


- Klaus Kiefer Objektkunst
Ich fertige Plastiken aus Metall, Skulpturen aus Holz , Reliefs im Freskostil und Garten-Kunst-Stücke aus künstlich gerostetem Stahl; die konstruierte figürliche Form meinerObjekte resultieren aus dem Bedürfnis dem Bewusstsein Gestalt zu geben; mein bevorzugtes Material ist geformter und dann gerosteter Stahl auf Bundsandstein mit hohem Eisenoxidgehalt; das künstlich gewonnene Material (Stahl) wird somit wieder ursprünglich.
- Johanna K. Eichhorn Malerei
Johanna Katharina Eichhorn hat in ihren Bilderwelten immer Themengruppen geschaffen. Nach den kraft-vollen Paarbildern, die in ihren figürlichen Inszenierungen an ihre langjährige Arbeit an der Frankfurter Oper erinnern, ist die Landschaft jetzt ein vorherrschendes Motiv.
Ihre Formgebung und das Wissen über die Wirkung in der Fläche, ihre intuitive und spontane Farbwahl gibt den meist großformatigen Arbeiten von Johanna K. Eichhorn eine leuchtende Gegenwärtigkeit, die Flächen durchkreuzt von Kerbungen, Faltungen, Schriften und Zeichen, lassen eine überzeugende, spannende Bildarchitektur entstehen, Bilder von existentiellem Gewicht im Zeichen eigener Befindlichkeit.




9 Lika Schmodsien, Rumpenheimer Schlossgasse 2


Mode: Malerei Atelier Showroom
angefangen hat alles mit dem Fund einer Knopfkiste auf dem Dachboden meiner Omi…tatsächlich infiziert wurde ich mit dem Virus für Mode, als Ihre alte Nähmaschine den Platz in meinem Zimmer gefunden hatte. Ausgelebt und mit Mut in die Tat umgesetzt wurde es vor 25 Jahren….seit dem habe ich mit meiner Liebe zu Farben, Stoffen und Steinen als Quereinsteiger mein Auskommen erstritten.
Heute ist aus der einstigen „nur „ Leidenschaft ein handfestes Modelable entstanden, das seit fast 15 Jahren europaweit über Messen und Agentur vertrieben wird. Hier in Rumpenheim entführe ich sie ein wenig in meine Welt …in meine privaten Bilder und Fotografien, gepaart mit meinem beruflichem Tun.






10 Schmuckatelier Uhl, Rumpenheimer Schlossgasse 4


Parterre - Wolfgang Uhl Schmuck und Objekte
Es sind oft die Quereinsteiger, die mit ihrer Sichtweise das zeitgenössische Schmuckdesign bereichern. Das trifft auch auf die Arbeiten des Maschinenbauingenieurs Wolfgang Uhl zu. Er hat sich der Magie der Steine verschrieben, die er gekonnt in ihrer natürlichen, über Jahrmillionen gewonnene Ausstrahlung in Szene setzt. Es sind nicht nur Edelsteine, die in seinen Schmuckstücken zumeist unbearbeitet glänzen. Auch ganz einfache Kieselsteine, Gneis, Basalt und andere Fundstücke verarbeitet er. 
Aus Findlingen entstehen Objekte die an einem Faden hängend im Raum schweben. Wenn diese ausgesuchten Steinbrocken mit anderem Material ergänzt werden, wenn aus dem glatten, eiförmigen und faustgroßen Kiesel ein von Wind und Wetter gebleichter graziler Ast heraus wächst, dann schwindet der haltende Faden aus dem Blickfeld. Und so entstehen aus Fundstücken extraterrestrische Flugkörper, schwebende Wesen, die etwas Magisches haben. Die zirkulierende Luft im Raum hält die Objekte in Bewegung, und jede Drehung lüftet neue Geheimnisse der Arbeiten.
1. Stock - Jutta Hingst Radierung und Zeichnung
Die Arbeiten von Jutta Hingst entstehen durch Experimentieren mit der Technik der Radierung, und sind verarbeitete Eindrücke die das Leben täglich bietet. Oder ergeben sich einfach während des Schaffens. Hühner, Menschen und fremde Wesen entstehen und vermitteln Geheimnisvolles. Meist mit zarten auf die Metallplatte geritzten Linien geben sie nicht alles preis. Der Zuschauer darf seine Geschichte schmunzelnd dazu erfinden, oder sich einfach nur amüsieren.



11 Galerie in der Scheune, Fischergasse 8


- Beate Hodapp Malerei
„Beate Hodapp arbeitet wie eine Forscherin. Ihr Material sind die Steine, Edelsteine, die zermörsert und mit Pigmenten oder Erden auf die Leinwand gebracht werden. Von ausgedehnten Reisen nach Brasilien bringt sie ihr Material mit, das sie untersucht, verarbeitet und künstlerisch verwandelt. In den von ihr geschaffenen Farbräumen kann man sich frei assoziierend bewegen und durchatmen. Es sind lockere Gewebe, sie glei-chen Schwebezuständen, die wie ein Wunder nichts mehr erahnen lassen von den dunklen Orten des steini-gen Ursprungs.” (aus der Einführung „Offenes Atelier 2009)







12 Atelier Anja Hantelmann, Neugasse 4


- Anja Hantelmann Malerei
Kurzen Augenblicken, flüchtig Wahrgenommenem, diffusen Empfindungen spürt Anja Hantelmann nach und verleiht ihnen in ihren Gemälden Dauer.
Ihre Motive resultieren teils aus Beobachtungen im Alltag, teils sind sie von der Künstlerin selbst inszeniert. Durch den Einsatz von Leere, bewusst gesetzten Bildausschnitten, die Wahl scheinbar alltäglicher Motive fordert Anja Hantelmann den Betrachter/die Betrachterin heraus, eigene Geschichten und Fantasien zu ent-wickeln. Hinter feinen Lasuren verbirgt sich rätselhafter Doppelsinn.







13 Glaskunst-Atelier Reinelt, Kleines Gässchen 13–15


- Chris Reinelt Glaskunst
In meiner Werkstatt fertige ich in modernen Brennöfen exklusive und hochwertige Schalen, Schmuck, Glasuhren, Wand- und Fensterbilder, Wappen, Ehrenplaketten und Deko-Artikel in Glasfusing-Technik. Jedes Stück ist ein in Handarbeit hergestelltes Unikat, mit eigenem Charakter - geprägt durch Farbe, Licht und Form.
- Janine Bruchet Collins Malerei
Janine Bruchet Collins präsentiert Landschaftsmalerei, die Eindrücke aus der Natur unsere Umgebung ein-fängt. Von Wiesen, Rapsfeldern, Wäldern, am Teich- oder Mainufer... Ihre Impressionen finden einen fei-nen Ausdruck in Acryl.







14 Neuer Ausstellungsraum Lacher, Kleines Gässchen 13–15


- Eberhard Lacher Holzobjekte „Gesägte Geometrien“
Die Elemente, Winkel, Fläche, Kurve lassen neue Volumen aus den ( Holz) Blöcken entstehen.






15 Porzellanwerkstatt, Landgraf-Friedrich-Straße 25a


- Birgit Palt Porzellankunst
Seit 2003 betreibt Birgit Palt ihr überaus vielseitiges und kreatives Werkstatt-Atelier, das den Besucher schon im Eingang mit den prägnanten Schneckenhaus-Objekten der Künstlerin empfängt - und in eine eigene Welt des Pozellans und der Keramikkunst entführt. Ein Muss auf der Entdeckungsreise durch das Dorf.

- Regina Bahmann Malerei
Leichtigkeit mit reduzierter Farbgebung und bewußt gesetzten Akzenten zeichnen die neuen, meist kleinfor-matigen Arbeiten von Regina Bahmann aus.
Ihre vordergründig gegenstandslose Malerei läßt dem Betrachter Raum für eigene Ansichten, Assoziationen und Empfindungen.







Gute Bilanz dank Internet
Offenbach Post  23.9.2014
Mehr junge Besucher, stärkerer Zuspruch schon am Samstag:
Trotz kleiner Technikpannen viele zufriedene Gesichter bei den Rumpenheimer Kunsttagen. 
Von Claus Wolfschlag
„Ich war die erste, ganz allein“, erinnerte sich Andrea Plefka anlässlich der Rumpenheimer Kunsttage, die am Wochenende zum zwölften Mal stattfanden, an die Anfänge der Veranstaltung. Anlässlich der Offenbacher „Kunstansichten“ stellte Plefka einst als einzige ihre Bilder in Rumpenheim aus. Da die Teilnahme für die „Kunstansichten“ damals an eine komplizierte Bewerbung geknüpft wurden, beschloss ein Netzwerk um den Initiator Robert Elbe im Jahr 2002 schließlich die Abspaltung Rumpenheims. Die Kunsttage waren geboren.
Plefkas im Schloss-Casino aufgebauten Aquarelle erhielten wieder direkte Schützenhilfe durch die Fotografien Lucie Heirichs, ebenfalls eine Künstlerin der ersten Stunde. „Wir haben 17 Jahre im östlichen Schlossflügel gewohnt, sind dann vor zehn Jahren in den Odenwald gezogen“, so Heirich. Ihre Fotografien nimmt sie zwar längst digital auf, bearbeitet sie aber bewusst nicht am Computer. Dieses Jahr waren sie dem Thema „Wasser“ gewidmet, so dass die Aufnahmen Gebäudespiegelungen in Pfützen und Brunnenanlagen zeigten.
Dem Standort Rumpenheim verbunden ist auch der Bad Homburger Bildhauer Stephan K. Müller, der schon zum wiederholten Mal den Schlosshof mit seinen Skulpturen zierte. Köpfe aus Holz, Stein und Metall hatte er auf weißen Stelen um die Rasenfläche gruppiert. Da Müller ein haptischer Künstler ist, liegt sein Hauptaugenmerk auf dem Fühlen; der Struktur und Oberfläche des Objekts.


„Hier ist es immer schön. Als ich das erste Mal in Rumpenheim ausstellte, war das Schloss noch eine Ruine“, erinnerte er sich lächelnd. Dem damaligen Wiederaufbau zu verdanken ist auch, dass heute die Tiefkeller des Schlosses für künstlerische Präsentationen genutzt werden können. Unter anderem waren dort nun erstmals Uwe Schramms an einem Stahlseil befestigte Fotografien zu sehen, ebenso die bizarren Handpuppen Matthias Peinelts aus Kronberg. Peinelt arbeitet seit vielen Jahren als Graphikdesigner für den Hessischen Rundfunk. Daneben betätigt er sich als freier Künstler.
„Seit meiner Kindheit habe ich ein Faible für Puppen. Mit meinen wurde zwar schon gespielt, mein Wunsch ist aber, mit ihnen ein eigenes Theater zu kreieren.“ Für bestehende professionelle Theaterbühnen seien seine Puppen allerdings weniger geeignet, gab er zu. Diese vergeben Fertigungsaufträge meist nach eigenen Wünschen und machen dabei hohe technische Auflagen.
Von der Technik konnte auch der Maler Hagen Bonifer ein Liedchen singen, denn lichttechnisch war bei seiner sperrigen Installation „Höhlenschätze“ in der Schlosskirche nicht alles glatt gelaufen. So waren zwar die von ihm dort ausgestellten Zitate, beispielsweise von Platon, Nietzsche und Hölderlin, gut zu lesen, das unter die Decke gespannte Eros-Großgemälde aber musste auf die geplante Ausleuchtung verzichten. So blieb ein mit Wortkaskaden gespickter düsterer Raum, „ein archaischer Ort, eine dionysische Höhle“, wie Bonifer interpretierte.
Rund um die Kirche ging es hingegen farbenfroher zu. Im Pfarrgemeindehaus an der Schlossgartenstraße zeigten Amparo und Fidel, die Kinder von Pfarrerin Kirsten Lippek, Landschaftsfotografien und Manga-Zeichnungen.


Malerei des Mühlheimers Wolfgang Geppert
Im Mausoleum waren Landschaftsmotive des Mühlheimer Malers Wolfgang Geppert zu sehen: Wälder, ein Fahrradfahrer, Kinder auf Wiesen und Angler. Großes Interesse fanden die in dunklen Tönen gehaltenen Kleider von Lika Schmodsien. Die Modedesignerin ist ein Neuzugang in Offenbachs nördlichstem Stadtteil. „Seit 25 Jahren arbeite ich in Frankfurt, vor zwei Jahren ist mein Geschäft wieder an den Oeder Weg zurückgezogen. Und seit vier Monaten lebe ich privat in Rumpenheim“, strahlte sie. Der Liebe wegen sei sie hingezogen, fühle sich auch bereits heimisch. Eine Auswahl ihrer Kollektion zeigte sie im ehemaligen Stallgebäude an der Schlossgasse. Dabei orientierte sich die Farbpalette der Textilien an Schmodsiens zusätzlich präsentierten grautönigen Gemälden. „Das Publikum hier ist anders als im Oeder Weg, das macht die Veranstaltung spannend für mich“, sagte sie.

Vom Publikumszuspruch war auch ein Urgestein der Rumpenheimer Kunstszene beeindruckt: Schmuckdesigner Wolfgang Uhl, der zudem den ersten Stock seines Hauses als Ausstellungsfläche für Jutta Hingsts Radierungen zur Verfügung gestellt hatte: „Die Veranstaltung wurde diesmal stärker über das Internet kommuniziert. Vermutlich deswegen sind wir schon für den normalerweise schwächeren Samstag gut besucht. Zum Auftakt kamen auch mehr jüngere Leute.“







Stoff für Entdecker

Offenbach Post vom19.9.2014

Die Rumpenheimer Kunsttage laden an diesem Wochenende zum Rundgang ein. Dabei treten 30 Künstler im und um das Rumpenheimer Schloss zum produktiven Dialog an zwischen angewandter und freier Kunst, begleitet von Musik und Performances. 

Von Reinhold Gries 
Bis zum 2. Oktober zu sehen ist die ambitionierte Installation „Höhlenschätze. Bergungen“ des Mühlheimers Hagen Bonifer in der Schlosskirche. Der Maler und Bühnenbildner kleidet den barocken Sakralraum mit 13 literarisch-philosophischen Texten zur „Kaaba“ aus, die in weißen handgeschriebenen Lettern auf schwarzen Fahnen zum Leuchten gebracht werden. Über den „archaisierten Kunst- und Handlungsraum“ wölbt Bonifer ein gemaltes „Eros“-Großformat wie ein Deckenfresko. Das kann auch Reiner Michels hier gespielten Kompositionen guttun, der Lyrik und Musik von Katharina Eismanns Gruppe „Wortklang“ oder Bernd-Michael Lands quadrophonischer Musik „Das Lächeln der Bäume“.
Gegenüber im „ruk“-Mausoleum bringen Martin Britsch, Stephan Adloff und Sven Eismann Skulpturen und Objekte durch Licht in Bewegung und betreiben eine „Nightmove“-Bar. In Schloss-Tiefkellern wie im Schlosshof setzt man auf Bewährtes. Bildhauerei von Lothar Steckenreiter und Stephan K. Müller wie Objekte von Hannes Metz vereinen sich zum Skulpturenpark, der in Wilhelm Hardts Materialbildern und Plastiken im Gewölbe Fortsetzung findet.
In den stimmungsvollen Kellerräumen trifft man auch auf surreale Kunst wie Uwe Schramms fotografische Verfremdungen und Bild-Aphorismen oder Matthias Peinelts dadaistische Grafiken und Handpuppen, mit denen auch gespielt wird. Im Schloss-Casino zeigt Andrea Plefka neue Aquarelle wie „Listen“ und „Fernes Licht“ neben Lucie Heirichs Fotoserie „Wasser“. In ehemaligen Marstallgebäude in der Schlossgasse gibt es „work in progress“ zu sehen: in der Säulenhalle von Modeschöpferin Lika Schmodsien, im Atelier des Schmuckdesigners Wolfgang Uhl oder bei Grafikerin Jutta Hingst. Wie Schmodsien mit Textilem, Farben und Objekten zaubert und Hingst mit Linien, so verwandelt Uhl etruskische Eisenschmelze, Schotterstein oder grüne Uwarowit-Granate vom Ural in Kunst, die für sich selber steht.

Wer dazu in der Landgraf-Friedrich-Straße – oder per „Making of“-Auftritt auf ihrer Webseite – erlebt, wie Keramikgestalterin Birgit Palt Porzellanserien mit Spezialhandschuhen aus noch 500 Grad heißem Öfen holt, weiß, wie anstrengend Kunsthandwerk sein kann. Heiß ist´s auch an Chris Reinelts Glasschmelzöfen, deren Inhalt ähnliche Vorlieben für Bauhaus-Kunst verraten wie „Gesägte Geometrien“ in Eberhard Lachers Showroom.

Malerisches Gewicht erhalten die Kunsttage in Grete Steiners Scheunengalerie mit Beate Hodapps farbkräftigen Abstraktionen aus zermörserten Edelsteinen oder durch Anja Hantelmanns rätselhafte Bildinszenierungen in der Neugasse. Dazu setzt das BIR-Domizil mit Werken von Johanna K. Eichhorn aus dem Kahlgrunddorf Omersbach Glanzlichter. Gäbe es beim Kunstfest einen „artist in residence“, dann verdiente es die Kostümmalerin der Frankfurter Bühnen. Ihre auf Papier oder Glas gemalten, abstrahierten wie expressiv figurierten Themen-Serien „Bewegte Landschaft“ und „Mein Dorf“ traumwandeln meisterlich zwischen Phantasie und Poesie, Erlebtem und Erinnertem.




MUT&LIEBE 12/2014